Eckdaten

kleine bis mittelgroße, einheimische Wasserschildkröte, die bis zu 120 Jahre alt werden kann. Bislang sind mehr als ein Duzend Unterarten (Haplotypen) bekannt, die sich in Größe, Färbung, Zeichnung und geographischer Verbreitung nur zum teil signifikant unterscheiden. Generell gilt, Tiere der nördlichen Unterarten sind größer und dunkler als südliche Unterarten. Je nach klimatischen Bedingungen werden ein (im Norden) oder mehrere Gelege (im Süden) abgesetzt. Gelege nördlicher Individuen sind deutlich größer (bis 23 Eier) als jene südlicher Tiere (~5-6 Eier).

Vorkommen

Foto: sonnenhungrig im Frühling

Verbreitungsgebiet: Ost-, Süd- und Mitteleuropa, Türkei, Mittelasien, Nordafrika.

Die Nominatform Emys orbicularis orbicularis war bis ins 19.Jahrhundert auch in Österreich häufig, starb jedoch durch Übernutzung als “Fastenspeise” und wegen Lebensraumverlusten (z.B. Entwässerung) beinahe aus. Heute gibt es nur noch kleine Reliktvorkommen in den Donau-Auen bei Wien (ca. 300 Tiere). Jungtiere können jedoch fast keine nachgewiesen werden.

Lebensraum

In den Hauptverbreitungsgebieten besiedelt E.o. die unterschiedlichsten Gewässertypen: Uferbereiche großer Seen, kleinere Teiche, Tümpel bis hin zu künstlich angelegten Viehtränken und sogar leicht brackige Gewässer im Bereich von Flussmündungen. Bevorzugt werden aber stille oder sehr langsam fließende Gewässer mit üppiger Unterwasservegetation. Oft kommt sie in Mitteleuropa gemeinsam mit dem Kammmolch vor.
Für die Eiablage dienen locker bewachsene, stark besonnte Hänge. Jungtiere bevorzugen stark verwachsenen Verlandungszonen mit geringer Wassertiefe.

Die Reviergröße variiert stark und hängt einerseits vom Nahrungsangebot, zum anderen vom Umfang alljährlicher Wanderungen ab. Männchen wandern um neue Weibchen zu finden, Weibchen legen bis zu 15km (!) zurück um geeignete Plätze zur Eiablage zu finden.

Merkmale

Das äußere Erscheinungsbild kann aufgrund der weiträumigen und unterschiedlichen Verbreitungsgebiete stark variieren. Die Europäische Sumpfschildkröte hat einen ovalen, nur schwach gewölbten Rückenpanzer, der eine Länge von ca. 20 cm erreichen kann.

Die Färbung des Carapax reicht von gelbbraun bis schwarz und weist eine Zeichnung mit vielzähligen strahlenförmigen gelben Linien oder Punkten auf (daher der Name “orbicularis”). Der Bauchpanzer ist relativ vollflächig ausgebildet und hat zwischen Brust- und Bauchschild ein mäßig bewegliches Scharnier, welches erst bei adulten Tieren fertig ausgebildet ist. Die Farbe variiert von einfarbig schwarz oder dunkelbraun bis gelblich. Interessanter Weise sind Schlüpflinge unterseits fast vollkommen schwarz und bekommen erst in den Folgejahren ein charakteristisches Muster. An diesem Muster sind sie später gut zu identifizieren.
Die Grundfarbe von Kopf und Gliedmaßen ist schwarz und mit einer gelben, mehr oder weniger strahlenförmig verlaufenden Punktzeichnung versehen. Der Schwanz ist speziell bei Jungtieren relativ lang. Zwischen den Zehen befinden sich gut entwickelte Schwimmhäute. Die Männchen haben oft rötliche Augen, einen konkaven Bauchpanzer sowie längere und an der Wurzel dickere Schwänze als die Weibchen. Die Irisfarbe der Weibchen ist gelb.

Ernährung

Im Freiland überwiegend Wirbellose, Amphibienlarven und Mollusken(insbesondere Lymnea stagnalis aber auch die Spanische Wegschnecke). Gelegentlich Aas und Wasserpflanzen sowie sehr selten Früchte.

nähere Details zur Ernährung in Gefangenschaft hier